Über mich

BIOGRAPHIE:

Dieter WienandDieter Wienand,
1959 in Siegen/ Westfalen geboren, ist Musiker und Anstifter zum frohen Singen aus Berufung. Vater zweier Töchter und stolzer Großvater zweier Enkel.

Eine frühe Ausbildung am Piano, über 30 Jahre musikpädagogische Erfahrung als "traditioneller" Instrumentallehrer und Musikschulleiter sowie ein fünfjähriges Studium der evangelischen Theologie bilden eine bunte und tragende Basis für seine heutige Erwachsenen-Bildungsarbeit. Seit dem Jahr 2000 vertieftes Hinein-horchen in die Stimme, den Spiegel des Selbst, durch Obertonsingen und in intensiver Arbeit mit Chören. Bariton im Düsseldorfer Obertonchor von 2003 bis 2017. Seit 2006 hauptberuflich Anleiter zum freien Singen und zur Stimm-Improvisation.

Entdecker außergewöhnlicher Klangräume und klingender Kirchen. Gründer dreier Chöre: dem bundesweiten Singen-wie-im-Himmel-Chor von 2008, seiner jüngeren Schwester, dem Kölner Singen wie im Himmel Chor von 2013 und dem Chor "Musik zum Sterben", hervorgegangen aus dem Kölner „Fährleute“-Chor von 2011. Er konzertiert und lehrt vorwiegend in Deutschland und Italien die Freude an der eigenen Stimmentfaltung und das Eintauchen in einen gemeinsamen, tragenden Klang.

Wie finde ich Zugang zu meiner Stimme und zu meiner Person?

Dieter WienandEin erster Schritt ist das Hören: Es gilt, wieder horchen zu lernen: zuhören, hinhören, anhören. Und aufzuhören, mich der Flut der Informationen und Sinnesreize auszuliefern. Stattdessen: welch ein Glück, den Sinn des Lauschens zu schärfen, die Empfänglichkeit für die sanfte Kraft der Stille zu steigern, im Reichtum des Schweigens zu schwelgen. Gerade dieses Zur- Ruhe- kommen kann eine Tür sein, um Zugang zu meinem inneren Tempel zu finden, ihn zu erahnen und zu pflegen in Stille - ihm Raum und Verankerung in meinem Leben zu geben.

Der zweite Schritt ist: körperliche Spannungen und Panzerungen zu lösen, indem ich mir meines Atems und meiner Stimme in langsamen Übungen sanft bewusst werde. Jede Zelle meines Körpers hat ihr eigenes Gedächtnis, hat ihre Erinnerung an Freude und Lust wie auch an Angst und Traumata. Meine Muskeln sind oft angespannt zum Schutz vor neuen Schmerzen und Verletzungen.

Im Tanzen und Singen kann ich, wenn ich mich einlasse, eintauchen in den Fluss und mitgetragen werden: Ich kann loslassen und aufhorchen, kann Heilungsprozessen Raum geben und frei und offen werden. Wie finde ich Zugang zu meiner Stimme und zu meiner Person?

Im 3.Schritt erspüre ich die Chakren, die Energiezentren des Körpers, atme und töne in die ihnen zugehörigen Vokale. Es folgt Einstimmen, Körper- und Energiearbeit. Die Resonanzräume des Körpers öffnen sich in Bewegung: Meditatives und freies Tanzen lockert, erdet und löst.

singen in GemeinschaftAls viertes nun Singen, zunächst in Gemeinschaft, später auch freudig und ohne Angst allein. Leichte einstimmige Indianerlieder und die dazu gehörigen Tänze erden und sammeln mich. Der Klang nimmt mich mit auf die Reise. Ich höre meinen Namen aus der Ferne, gesungen von der Gruppe, er kommt näher und ich werde getragen, werde erhört, an- und aufgenommen ohne Leistung, ohne etwas tun zu müssen. Ich bin.

Als fünften Schritt singen wir leicht und mit Freude, vor allem OHNE NOTEN, Lieder des Herzens unterschiedlicher spiritueller Überlieferung: Ob einfache Choräle aus Taizé, südafrikanische Weisen, den irischen Reisesegen, Mantren westlicher wie östlicher Weisheit, Lieder der Kirchengesangbücher, Melodien schamanischen Ursprungs, die betörenden Gesänge der Sufis wie auch deutsche Volkslieder. Wir improvisieren, singen so, wie Stimme und Herz sich im Jetzt anfühlen. Und wir chanten, d.h. wir suchen frei eine eigenen Melodie im gemeinsamen Klang.

Dieter WienandUnd wir lernen als nächstes: Obertöne hören und singen. Je nach Konsonant oder Vokal, Umlaut oder Silbenzusammenhang begleiten unsere Sprache zarte, hohe Töne und Melodien. Schon während langsamen Sprechens bilden sich feine Gesangslinien „über“ dem gesprochenen Wort.

Je nach Stimme, je nach Instrument, je nach Technik klingen Obertöne deutlicher oder gedeckter im Hintergrund. Aber immer klingen sie mit. Im stetigen Horchen und Üben kann ich schließlich zwei unabhängige Melodien mit einer, mit meiner Stimme singen. Über dem Grundton erklingt, einer Hirtenflöte gleich, eine Melodie aus Obertönen, deutlich hör- und vernehmbar.

Wenn ich auf die Obertöne achte, werde ich aufmerksam, entschleunige mich und mein Leben, und werde offen in der Gemeinschaft des Singens. Werde in der Achtsamkeit des Tönens hingeführt zu Stille und Meditation, und ich komme so im letzten Schritt zur Frage: wie kann ich heute spirituell leben; das Unsagbare, die Sehnsucht nach dem ganz Anderen in meinen Alltag integrieren? Das gemeinschaftliche Singen wie Tönen, das Sich-Sammeln im Atem und in der Stille sind für mich wesentliche Grundpfeiler einer spirituellen Lebenshaltung, die mich vom ersten Ton an verändert. Wer den Film "Wie im Himmel" gesehen hat, hat ein Ahnung, worum es hier gehen kann.